Eine Vergabeplattform ist das Online-Portal, über das Vergabeverfahren elektronisch laufen.
Eine Vergabeplattform ist ein Online-Portal, über das öffentliche Auftraggeber ihre Vergabeverfahren elektronisch abwickeln. Dort werden Ausschreibungen bekannt gemacht, die Vergabeunterlagen zum Abruf bereitgestellt, Bieterfragen beantwortet und Angebote verschlüsselt eingereicht. Für Unternehmen, die sich um öffentliche Aufträge bewerben, ist die Vergabeplattform damit der zentrale Arbeitsort – vom ersten Blick in die Bekanntmachung bis zur Abgabe des Angebots.
Dass Vergabeverfahren heute fast durchgängig digital laufen, ist gesetzlich vorgegeben. Oberhalb der EU-Schwellenwerte verpflichten § 97 Abs. 5 GWB und § 9 Abs. 1 VgV Auftraggeber und Unternehmen, in allen Stadien des Verfahrens elektronische Mittel zu verwenden. Unterhalb der Schwellenwerte regelt die UVgO die elektronische Bekanntmachung und Angebotsabgabe. EU-weite Bekanntmachungen werden seit Oktober 2023 über elektronische Standardformulare, die sogenannten eForms, erstellt und an TED übermittelt. Die Vergabeunterlagen müssen dabei unentgeltlich, uneingeschränkt, vollständig und direkt abrufbar sein. Für den bloßen Abruf darf der Auftraggeber keine Registrierung verlangen, eine freiwillige Registrierung ist aber möglich und sinnvoll.
Welche Form ein Angebot haben muss, legt der Auftraggeber fest. Meist genügt die Textform, in Einzelfällen wird eine qualifizierte elektronische Signatur verlangt.
Eine einzige zentrale Plattform gibt es nicht. Der Bund nutzt die e-Vergabe des Bundes, Länder und Kommunen betreiben eigene Vergabemarktplätze oder greifen auf kommerzielle Anbieter zurück. Hinzu kommen übergreifende Bekanntmachungsdienste: der Bekanntmachungsservice des Datenservice Öffentlicher Einkauf, das Portal bund.de und auf europäischer Ebene TED. Für Bieter bedeutet diese Vielfalt, dass sich relevante Ausschreibungen auf viele Portale verteilen – jeweils mit eigener Registrierung, eigener Bedienlogik und teils eigener Bietersoftware.
Die Begriffe werden oft gleichgesetzt, meinen aber Unterschiedliches:
Ein Ingenieurbüro für Tragwerksplanung bewirbt sich regelmäßig um Aufträge von Kommunen in drei Bundesländern. Die Ausschreibungen erscheinen auf unterschiedlichen Vergabeplattformen, für jede braucht das Büro ein eigenes Konto. Als kurz vor Fristende eine Änderungsmitteilung zu den Honorarunterlagen erscheint, erfährt das Büro davon nur, weil es sich auf der Plattform registriert und die Unterlagen nicht anonym heruntergeladen hat. Das Beispiel zeigt: Die Registrierung ist mehr als eine Formalie, sie sichert den Informationsfluss im laufenden Verfahren.
Leto AI durchsucht täglich die Vergabeplattformen und prüft den Text jeder Ausschreibung gegen das Suchprofil des Unternehmens. Planungsbüros, Handwerksbetriebe und Bauunternehmen müssen so nicht jedes Portal einzeln im Blick behalten und gewinnen Zeit für die eigentliche Angebotsbearbeitung.