EU-weiter Zahlencode, der den Gegenstand eines öffentlichen Auftrags beschreibt.
Ein CPV-Code ist ein Zahlencode, der den Gegenstand eines öffentlichen Auftrags beschreibt. CPV steht für „Common Procurement Vocabulary“, auf Deutsch „Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge“. Das Klassifikationssystem gilt in der gesamten Europäischen Union und sorgt dafür, dass eine Ausschreibung unabhängig von der Sprache eindeutig einer Leistung zugeordnet werden kann. Für Unternehmen ist der CPV-Code vor allem ein Suchinstrument: Über ihn lassen sich Bekanntmachungen nach Leistungsarten filtern.
Das CPV wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 eingeführt und durch die Verordnung (EG) Nr. 213/2008 grundlegend überarbeitet. Diese Fassung gilt bis heute. Öffentliche Auftraggeber müssen den Auftragsgegenstand in EU-weiten Bekanntmachungen mit CPV-Codes angeben. Die Bekanntmachungen werden auf TED veröffentlicht und sind dort nach Codes durchsuchbar. Auch nationale Bekanntmachungsportale und Vergabeplattformen nutzen die Klassifikation.
Ein CPV-Code besteht aus acht Ziffern und einer Prüfziffer, die durch einen Bindestrich abgetrennt ist. Die Ziffern sind hierarchisch aufgebaut:
Je mehr Nullen ein Code am Ende hat, desto allgemeiner ist er. Neben diesem Hauptteil gibt es einen Zusatzteil mit alphanumerischen Codes, mit dem sich Eigenschaften oder der Verwendungszweck genauer beschreiben lassen. In der Praxis wird er selten genutzt.
Ein Auftrag erhält einen Hauptcode und kann um weitere Codes ergänzt werden, wenn er mehrere Leistungen umfasst.
CPV-Codes dienen nicht nur der Orientierung. Das Vergaberecht nutzt sie auch, um Auftragsarten abzugrenzen. Welche Tätigkeiten einen Bauauftrag begründen, ergibt sich aus einer Liste im Anhang der EU-Vergaberichtlinie, die mit CPV-Codes arbeitet. Ebenso sind die sozialen und anderen besonderen Dienstleistungen, für die ein höherer Schwellenwert und erleichterte Regeln gelten, über CPV-Codes definiert. Die Einordnung kann damit Einfluss auf die Schwellenwerte und das anzuwendende Verfahren haben.
Wer Ausschreibungen nur über CPV-Codes sucht, übersieht regelmäßig passende Verfahren. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Ein Büro für Tragwerksplanung beobachtet nur den Fachcode für Tragwerksplanung. Eine Kommune schreibt die Sanierung einer Schulturnhalle aus und ordnet die gesamte Planung dem allgemeinen Code 71000000-8 zu. Die Tragwerksplanung ist eines von mehreren Losen, taucht in den Codes der Bekanntmachung aber nicht auf. Das Büro erfährt von der Ausschreibung erst, als die Frist für den Teilnahmeantrag fast abgelaufen ist. Mit einer Suche, die auch den Text der Bekanntmachung auswertet, wäre das Verfahren früher sichtbar gewesen.
Leto AI durchsucht täglich die Vergabeplattformen und prüft den Text jeder Ausschreibung gegen das Suchprofil des Unternehmens. Die Zuordnung hängt damit nicht allein davon ab, welchen CPV-Code die Vergabestelle gewählt hat. Planungsbüros, Handwerksbetriebe und Bauunternehmen finden so auch Ausschreibungen, die über eine reine Code-Suche nicht aufgefallen wären.